Was sind Kollagen-Typen überhaupt?
Kollagen ist das häufigste Struktur-Protein in deinem Körper. Es bildet eine Art Gerüst, das Gewebe zusammenhält und ihm Zugfestigkeit gibt. Bisher sind rund 28 verschiedene Kollagen-Typen bekannt, aber der allergrößte Teil deines Körper-Kollagens verteilt sich auf nur wenige davon. Für Ernährung und Supplements sind vor allem drei relevant.
Die Typen unterscheiden sich im Aufbau ihrer Fasern und damit in ihren Eigenschaften. Grob gesagt: Typ I ist auf Zugfestigkeit ausgelegt, Typ II auf Druck und Elastizität, Typ III auf ein dehnbares, stützendes Netzwerk. Wenn dich die Grundlagen interessieren, findest du sie ausführlich im Beitrag Was ist Kollagen?.
Wo sitzt Kollagen Typ I im Körper?
Typ I ist der mit Abstand häufigste Kollagen-Typ, er macht einen Großteil des gesamten Körper-Kollagens aus. Du findest ihn überall dort, wo Gewebe stabil und zugfest sein muss: in der Haut, in Knochen, Sehnen, Bändern und Zähnen. Die Fasern sind dicht gepackt und halten ordentlich was aus.
Genau deshalb taucht Typ I in Zusammenhang mit den Themen Haut, Bindegewebe und Knochenstruktur so oft auf. Wichtig zur Einordnung: Ob und wie stark sich zugeführtes Kollagen konkret auf das Hautbild auswirkt, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Es gibt Hinweise aus Studien, die Studienlage ist aber uneinheitlich, also kein Grund, ein Wundermittel zu erwarten.
Gut zu wissen Dein Körper stellt Kollagen selbst her, dafür braucht er unter anderem Vitamin C. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung bei und damit zu einer normalen Funktion von Haut, Knochen und Knorpel. Eine ausreichende Vitamin-C-Zufuhr ist also ein sinnvoller Baustein, unabhängig davon, welchen Kollagen-Typ du zusätzlich in Betracht ziehst.
Wofür ist Kollagen Typ II zuständig?
Typ II ist der Spezialist fürs Knorpelgewebe. Er ist der Hauptbestandteil von Gelenkknorpel, also dem Gewebe, das in Gelenken als Puffer zwischen den Knochen sitzt. Auch in den Bandscheiben und im Knorpel von Nase und Ohren steckt Typ II.
Weil Typ II so eng mit Knorpel verbunden ist, wird er häufig thematisiert, wenn es um Gelenke geht. Auch hier gilt: Rund um Kollagen und Gelenkgesundheit gibt es Forschung, aber keine gesicherte Aussage, die man dir als Versprechen verkaufen dürfte. Ordne Typ-II-Produkte deshalb als möglichen Baustein ein, nicht als Behandlung. Bei anhaltenden Gelenkbeschwerden ist die ärztliche Abklärung immer die erste Adresse.
Was macht Kollagen Typ III?
Typ III bildet ein feineres, dehnbareres Netzwerk und kommt selten allein vor, er tritt in vielen Geweben gemeinsam mit Typ I auf. Zu finden ist er vor allem im Bindegewebe, in der Haut, in Blutgefäßen und in inneren Organen. Man kann ihn sich als flexibles Stützgerüst vorstellen, das Typ I ergänzt.
Deshalb wirst du Typ III auf Etiketten fast nie isoliert sehen, sondern meist im Doppel mit Typ I. Diese Kombination ist typisch für Kollagen aus Rind und wird häufig im Kontext von Haut und Bindegewebe genannt.
Welcher Kollagen-Typ steckt in welcher Quelle?
Hier kommt der Punkt, den viele übersehen: Welchen Typ du bekommst, hängt direkt vom Rohstoff ab. Kollagen wird aus tierischen Geweben gewonnen, und je nach Tier und Gewebe überwiegt ein bestimmter Typ.
- Rind: liefert vor allem Typ I und Typ III, die klassische Kombi rund um Haut und Bindegewebe.
- Fisch (marines Kollagen): überwiegend Typ I, gewonnen aus Haut und Schuppen. Marines Kollagen gilt zudem als gut verwertbar.
- Huhn: die typische Quelle für Typ II, meist aus Knorpelgewebe.
Wenn du also gezielt einen Typ suchst, schaust du am besten zuerst auf die Quelle. Wie sich Rind und Fisch im Detail unterscheiden, haben wir im Beitrag Marine vs. Rind-Kollagen auseinandergenommen.
Die Typen im Überblick
| Typ | Vorkommen im Körper | Typische Quelle | Wofür oft genutzt |
|---|---|---|---|
| Typ I | Haut, Knochen, Sehnen, Bänder, Zähne | Rind, Fisch (marine) | Themen rund um Haut, Bindegewebe, Knochenstruktur |
| Typ II | Gelenkknorpel, Bandscheiben, Nasen-/Ohrknorpel | Huhn (Knorpel) | Themen rund um Gelenke und Knorpel |
| Typ III | Bindegewebe, Haut, Gefäße, Organe (oft mit Typ I) | Rind | Ergänzt Typ I, Bindegewebe |
Welcher Typ passt zu deinem Ziel?
Statt auf möglichst viele Typen zu schielen, überleg dir zuerst, worum es dir geht. Zwei grobe Richtungen helfen bei der Orientierung:
Fokus Haut und Bindegewebe
Wenn dein Interesse eher bei Haut, Nägeln und Bindegewebe liegt, landest du meist bei Typ I (und oft Typ III mit dabei). Das entspricht Kollagen aus Rind oder marinem Kollagen aus Fisch. Marines Typ-I-Kollagen ist hier besonders beliebt.
Fokus Gelenke
Steht das Thema Gelenke und Knorpel im Vordergrund, ist Typ II der Kandidat, um den es dann geht, typischerweise aus Huhn. Auch hier bleibt die Einordnung nüchtern: als möglicher Baustein, nicht als garantierte Lösung.
Merksatz Erst das Ziel, dann der Typ, dann die Quelle. In dieser Reihenfolge triffst du eine Entscheidung, die zu dir passt, statt dich von einer langen Zutatenliste beeindrucken zu lassen.
Sind mehr Kollagen-Typen automatisch besser?
Kurz: nein. Ein Produkt, das „Typ I, II, III, V und X“ auf die Front druckt, ist nicht automatisch besser als eines mit einem klar gewählten Typ. Entscheidend ist, ob der enthaltene Typ zu deinem Ziel passt, und in welcher Menge und Form er drinsteckt.
Achte deshalb eher auf diese Punkte als auf die Anzahl der Typen:
- Passt der Typ zum Ziel? Ein Multi-Typ-Mix streut breit, liefert aber von jedem Typ oft nur wenig.
- Wie hoch ist die Dosis? Steht die tatsächliche Kollagen-Menge pro Portion transparent auf der Verpackung?
- Welche Quelle? Rind, Fisch oder Huhn, das bestimmt den Typ mit.
- Hydrolysiert? Kollagenpeptide (hydrolysiertes Kollagen) lösen sich gut und lassen sich leicht einrühren.
- Zusätze: Ist zum Beispiel Vitamin C enthalten, das zur normalen Kollagenbildung beiträgt?
Eine Orientierung, worauf es beim Kauf ankommt, findest du auf unserer Übersicht zu Kollagenpulver.
